Sonntag, Dezember 18, 2011

[Engel & Völkers Lounge] Sonderleuchte - Disk

Für die Engel & Völkers Lounge in Hamburg plante Lichtspiel großformatige zweifarbig textilbespannte Pendelleuchten mit einem Durchmesser von 1,6 m. Klassische Konstruktionsweisen erwiesen sich bei diesen Dimensionen als ungeeignet, also ging ich mal wieder eigene Wege.


Die gesamte Lichttechnik (6x
Ringleuchtstoff 23W, 12x E27) platzierte ich auf eine selbsttragende "Grundplatine".
Alle sichtbaren äusseren Oberflächen in Leichtbau als
textilbespannte leicht revisionierbare Schirmmodule.


 

Im Ergebnis eine stabile Gesamtkonstruktion, mit dünnen Seilabhängungen, die sehr "schwebend" wirkt und sich zu Servicezwecken leicht öffnen und schliessen lässt.

Mittwoch, Oktober 05, 2011

[St.Michaelis - Krypta] LED-Vitrinenbeleuchtung

In der St.Michaeliskirche, bekannter als "Hamburger Michel", neigt sich die Hauptphase der Innensanierung dem Ende zu.

Auf Grundlage der Planung von Prediger Lichtberater entwickelte ich für die Krypta eine LED-Vitrinenbeleuchtung.

Das Besondere daran, die Vitrinen sind sehr grossflächig, bei geringer Bauhöhe und die Gäste nähern sich aus grosser Entfernung. Das Beleuchtungsniveau ind der Umgebung ist eher gering. Die Exponate sind teilweise Originale aus Papier und somit Hitze und UV-empfindlich.
Daher war es nötig, den Strahlenverlauf so einzuschränken, dass das direkte Licht sich ausschliesslich innerhalb der Vitrinenwanne ausbreitet, eine direkte Blendung ausgeschlossen ist. Die genaue Geometrie wurde mittel CAD konstruiert. Als geeignete Lichttechnik wurden LED-Linerarlights von Osram ausgewählt und integriert.





Das Ergebnis, frei von UV-Licht, schont damit die Exponate, ist blendfrei, sehr unauffällig, extrem energiesparend, wartungsfrei und betriebssicher durch Niedervolt-Spannung.



Mittwoch, Juni 01, 2011

[Kollektion] Stadio CDM-R111 - Entladungstechnik verus Halogen

Halogen-Metalldampflampen waren im Ladenbau bis vor einigen Jahren teure Spezialitäten mit wenig optischem Charme.
Verfügbare technische Baugruppen der Zulieferindustrie ließen den Designern der Leuchten wenig Gestaltungspielraum.
Doch inzwischenbewegen sich die Maße der Bauteile, als auch ihre Preise abwärts.

Speziell die Keramiktechnologie (
HCI, CDM) rang den Halogen-Glühlampen zunehmend Marktanteile ab.


 

Die Vorteile der Entladungstechnik gegenüber Halogen-Glühlampen sind unübersehbar:

- Lichtausbeute ca. 100
Lumen/Watt zu ca. 15 Lumen/Watt
- Lebensdauer 6.000-30.000h gegenüber 500-4000h
- dramatischere Präsentationen durch höchste
Leuchtdichten

Doch in eine
Wirtschaftlichkeitsrechnung gehören weitere Faktoren:

- Wärmelast (höhere Lichtausbeute entlastet zusätzlich Klimaanlagen)
- Aufwand durch Leuchtmittelwechsel (Ersatzbeschaffung, Arbeitsstunden etc.)
- Verschmutzungsanfälligkeit (Schutzgläser & Reflektoroberflächen)

Verkaufsbremsende Effekte und Imageschäden durch
servicebedürftige Beleuchtung werden häufig unterschätzt. Im extremen Wettbewerb des Einzelhandels ist perfektes Auftreten normaler Standard für den Kunden.
Kleine Schönheitsfehler hinterlassen da schnell Imageschäden.

Je besser die Lauflage, um so anonymer die Kunden, man bekommt kaum noch direkte Hinweise auf Mängel von ihnen.

Ich entwickelte den Strahler "
Stadio" im Zuge der Konzeptumsetzung für Optiker Bode und Rothardt Leder durch Walter König.

Bestückbar mit inzwischen beeindruckend umfangreichen Varianten z. B.
Philips CDM-R111 in Wattagen von 20,35,70W; in Reflektorvarianten von 40°,24°,10° in Lichtfarben 942 und 830.
Die
Leuchtmittel sind werkzeuglos wechselbar (eingeclipst).



Er ist modular in verschiedensten Versionen kombinierbar, als Einzel- oder
Doppelstrahler mit bis zu 1,5m Pendel oder auch integriert in größere Lichtsysteme.




 


Montagekosten werden durch vorkonfektionierte Steckverbinder minimiert. Dichroitische Farbfilter für Akzenteffekte sind nachrüstbar. Bei Leuchtmittelwechsel wird der Reflektor mitgetauscht, die Änderung des Abstrahlwinkels ist kein Problem mehr.

Zur komfortablen Nachjustierung empfehle ich [Just] Service Equipment

Donnerstag, März 31, 2011

[St. Gertrudkirche Hamburg-Altenwerder] Sonderleuchten

Irritierender Anblick 

 

Von der A7 kurz vor dem Elbtunnel in Richtung Norden hat man eine gute Sicht auf das Gebiet des ehemaligen Fischerdorfes Altenwerder. Fast verloren wirkt die St. Gertrudkirche im Schatten zweier Windkraftanlagen.
Das, im klassizistischen Stil errichtete Gotteshaus wurde im Jahr 1830 eingeweiht und steht auch als Denkmal für das Schicksal einer Gemeinde. Sie ist letztes Zeugnis der Vergangenheit und scheinbar selbst ein Fremdkörper geworden inmitten der bunten Containerstapeln, den Güterzügen und den Sattelschleppern, die sich pausenlos durch diesen Teil des Hamburger Hafens schieben.

Foto: public domain

Im Jahr 1961 verabschiedete der Hamburger Senat das Hafenerweiterungsgesetz.
In der Folge wurden vor allem in den siebziger Jahren die Grundstücke und Häuser in Altenwerder von der Stadt Hamburg aufgekauft. 1988 wichen die letzten der ehemals etwa 2500 Einwohner dem Bau des Container Terminals Altenwerder.
Das Dorf verschwand, nur die St. Gertrudkirche blieb erhalten. Heute ist sie für die ehemaligen Einwohner des Stadtteils Altenwerder der letzte Anlaufpunkt auf dem Gebiet ihres ehemaligen Wohnortes. Alle vierzehn Tage treffen sich hier die Bewohner von einst zum Gottesdienst und pflegen anschließend das Miteinander im Kirchencafé.


Größere Kartenansicht


die Pendelleuchten aus den 60er Jahren blendeten stark


Behutsame Inszenierung


Im Rahmen notwendiger Restaurierungsarbeiten fiel die Entscheidung, die Beleuchtungsanlage für den Innenraum der Kirche vollständig zu erneuern - ideale Bedingungen für eine Neuplanung durch Walter König/Lüneburg.

Geschickt gelenktes Licht kann die besondere Atmosphäre in Kirchen und ihre Wandelbarkeit gezielt unterstützen. Eine überragende äussere Erscheinung, die anspruchsvollen Details ausgeführt in erlesenen Materialien, -aber auch die Raumeindrücke innen, der wechselnde Tageslichteinfall in Verbindung mit den Wirkungen unterschiedlicher Sichtachsen, -all dies summiert sich und macht die Wirkung sakraler Bauwerke aus.

Der geweihte Ort wirkt scheinbar erhaben über die hektische Zeit. Hier sammeln sich authentische Spuren der Menschen und Zeugnisse ihres Glaubens. Er dokumentiert die künstlerische und handwerkliche Leistungsfähigkeit vieler Generationen. Entsprechend respektvoll war die planerische Herangehensweise. Nutzungen bei Gottesdienste, Gemeindetreffen, Konzerte, Andachten oder Kirchenführungen stellen unterschiedliche Ansprüche an Beleuchtung und Raumwirkung – eine spannende Herausforderung für jeden Lichtplaner.

Die Entscheidung fiel für dimmbare Leuchten und eine EIB-Steuerung mit 5 verschieden programmierten statischen Beleuchtungsszenen, bedienbar sowohl über ein fest montiertes Tableau, als auch über eine Fernbedienung für sofortigen Szenenabruf.

Wandleuchten, 1x 55W Kompaktleuchtstoff, dimmbar auf der linken und rechten Empore aufwärts strahlend

4 Kronen (9x 2x 32W up/down Kompaktleuchtstoff, dimmbar für die Hauptachse auf- und abwärts strahlend

umlaufende Lichtvoute Segmental HE T5 Leuchtstoff, dimmbar in Edelstahl,
Altarbeleuchtung AR111, dimmbar 2x 2 Strahler



Sonderleuchten – Massarbeit für ein Baudenkmal


Aufgrund diverser Anwendungserfordernisse wurden sämtliche eingesetzte Leuchten speziell für diesen Einsatz  entwickelt. Dadurch konnte bereits bei der Konstruktion weitgehende Blendfreiheit bei bestmöglichem Sehkomfort vorbereitet werden.
Die Kronen wurden bewusst modern, klar und schlicht gestaltet, wirken deutlich, fügen sich stilistisch aber dennoch ein. Die Decke erscheint deutlich aufgehellt und optisch angehoben.
Mittels der Wandleuchten lässt sich der bisher schlauchartige Eindruck des Mittelraums weiten und verbreitern.
Das sanfte Streiflicht der Leuchtstofflampen lässt die leichten Unregelmässigkeiten der verputzten Wände deutlicher erscheinen und macht sie als Handarbeit wahrnehmbarer.







Fotos: D. Graumann/ W. König
Lichtplanung: König Lichtplanung & Konzeptentwicklung - Bardowick
Leuchtenentwicklung & Fertigung: LMD Licht- und Metalldesign - Winsen/Luhe

Montag, Januar 17, 2011

[Goeken backen] Einblicke in ein Bäckerei-Cafe

Von Sonderleuchten zur Lichtplanung 

Bisher war ich für die Münchow Ladenbau und Gestaltung GmbH bei der Realisierung von Cafes und Bäckereien hauptsächlich Partner für Sonderleuchten. Für die stark expandierende Goeken Backen GmbH war ich bereits tätig bei der Umsetzung des Holzofencafes am Firmensitz in Bad Driburg.
Innerhalb einer Musterfiliale in Schlangen erarbeiteten wir nun neue generelle Lösungen für verschiedenen Zonenund Nutzungsbereiche. Wichtig war vor allem, wir zeigen keine Leuchten, der Star die Ware. Hauptaugenmerk ist das verkaufsfördernde Wohlgefühl des Kunden im Cafe. 

Wir beleuchten und inszenieren, dabei ist die Leuchte ein Instrument, kein Selbstzweck.
Kleine blendungsfreie Einbaudownlights (Entladungstechnik) sorgen mit sonnig-scharfer Strahlung für eine plastisch wirkende Warenpräsentation in der Theke und betonen die Randzonen des Raumes. 

Ergänzend wirkende Lichtvouten bieten mehrfach Vorteile. Eine sanfte Deckenaufhellung mindert die Spiegelwirkung der Schaufenster.
Somit wird das Cafe für Laufkundschaft (aus dem Augenwinkel) als geöffnet und einladend empfunden, die Aussenwirkung des Ladenbaus "zieht"! Die Deckengliederung ohne Barrierewirkung lenkt die Aufmerksamkeit in die volle Tiefe des Raumes.
Sie erschließt somit große Flächen dem effektiven Geschäftsbetrieb und mindert einen unbehaglich hallenartigen Raumeindruck.
Der weiche Streulichtanteil ergänzt das harte Licht aus senkrecht strahlenden Downlights, der Charakter der Beleuchtung entspricht damit natürlichen Sehgewohnheiten (Gesichter, Sicht in eigene Geldbörsen und Taschen).
Die Brotregale erhellt Bewährtes auf technisch neuestem Stand, SDW-TG mini mit 2500° Kelvin ist hier der Goldstandard.
Die Lichtvouten sind aus überlappenden T5-Modulen aufgebaut. Genaue Planung der Bestückung vermeidet "Lichtlücken" im Verlauf der Voute.

Der montierende Elektroinstallationsbetrieb bekam mit CAD erstellte Voutenpläne, die Baukomponenten wurden von uns durchnummeriert  angeliefert.


Die Sorgfalt hat sich gelohnt, der Laden brummt", es folgten bereits weitere Filialen wie in