Donnerstag, März 31, 2011

[St. Gertrudkirche Hamburg-Altenwerder] Sonderleuchten

Foto: public domain
Irritierender Anblick

Von der A7 kurz vor dem Elbtunnel in Richtung Norden hat man eine gute Sicht auf das Gebiet des ehemaligen Fischerdorfes Altenwerder.

Fast verloren wirkt die St. Gertrudkirche im Schatten zweier Windkraftanlagen. Das, im klassizistischen Stil errichtete Gotteshaus wurde im Jahr 1830 eingeweiht und steht auch als Denkmal für das Schicksal einer Gemeinde.

Sie ist letztes Zeugnis der Vergangenheit und scheinbar selbst ein Fremdkörper geworden inmitten der bunten Containerstapeln, den Güterzügen und den Sattelschleppern, die sich pausenlos durch diesen Teil des Hamburger Hafens schieben.

Im Jahr 1961 verabschiedete der Hamburger Senat das Hafenerweiterungsgesetz.
In der Folge wurden vor allem in den siebziger Jahren die Grundstücke und Häuser in Altenwerder von der Stadt Hamburg aufgekauft. 1988 wichen die letzten der ehemals etwa 2500 Einwohner dem Bau des Container Terminals Altenwerder.


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die Pendelleuchten aus den 60er Jahren blendeten stark
Das Dorf verschwand, nur die St. Gertrudkirche blieb erhalten. Heute ist sie für die ehemaligen Einwohner des Stadtteils Altenwerder der letzte Anlaufpunkt auf dem Gebiet ihres ehemaligen Wohnortes.

Alle vierzehn Tage treffen sich hier die Bewohner von einst zum Gottesdienst und pflegen anschließend das Miteinander im Kirchencafé.


Behutsame Inszenierung

Im Rahmen notwendiger Restaurierungsarbeiten fiel die Entscheidung, die Beleuchtungsanlage für den Innenraum der Kirche vollständig zu erneuern, -ideale Bedingungen für eine Neuplanung durch Walter König/Lüneburg.

Geschickt gelenktes Licht kann die besondere Atmosphäre in Kirchen und ihre Wandelbarkeit gezielt unterstützen.

Eine überragende äussere Erscheinung, die anspruchsvollen Details ausgeführt in erlesenen Materialien, -aber auch die Raumeindrücke innen, der wechselnde Tageslichteinfall in Verbindung mit den Wirkungen unterschiedlicher Sichtachsen, -all dies summiert sich und macht die Wirkung sakraler Bauwerke aus.

Der geweihte Ort wirkt scheinbar erhaben über die hektische Zeit. Hier sammeln sich authentische Spuren der Menschen und Zeugnisse ihres Glaubens. Er dokumentiert die künstlerische und handwerkliche Leistungsfähigkeit vieler Generationen.

Entsprechend respektvoll war die planerische Herangehensweise.
Nutzungen bei Gottesdienste, Gemeindetreffen, Konzerte, Andachten oder Kirchenführungen stellen unterschiedliche Ansprüche an Beleuchtung und Raumwirkung – eine spannende Herausforderung für jeden Lichtplaner.

Die Entscheidung fiel für dimmbare Leuchten und eine EIB-Steuerung mit 5 verschieden programmierten statischen Beleuchtungsszenen, bedienbar sowohl über ein fest montiertes Tableau, als auch über eine Fernbedienung für sofortigen Szenenabruf.


Sonderleuchten – Massarbeit für ein Baudenkmal

Aufgrund diverser Anwendungserfordernisse wurden sämtliche eingesetzte Leuchten speziell für diesen Einsatz  entwickelt.
Dadurch konnte bereits bei der Konstruktion weitgehende Blendfreiheit bei bestmöglichem Sehkomfort vorbereitet werden.
























Eingesetzt wurden:

4 Kronleuchter
(je 9x 32W up und 9x 32W down Kompaktleuchtstoff, dimmbar) für die Hauptachse auf- und abwärts strahlend

Diese Kronen wurden bewusst modern, klar und schlicht gestaltet, wirken deutlich, fügen sich stilistisch aber dennoch ein.
Die Decke erscheint deutlich aufgehellt und optisch angehoben. 

Wandleuchten
(1x 55W Kompaktleuchtstoff, dimmbar) auf der linken und rechten Empore aufwärts strahlend
Mittels dieser Wandleuchten lässt sich der bisher schlauchartige Eindruck des Mittelraums weiten und verbreitern.

umlaufende Lichtvouten
(HE T5 Leuchtstoff, dimmbar)
Bestückung mittels höhenverstellbarer Lichtleisten in Edelstahl

Das sanfte Streiflicht der Leuchtstofflampen lässt die leichten Unregelmässigkeiten der verputzten Wände deutlicher erscheinen und macht sie als Handarbeit wahrnehmbarer.

Altarbeleuchtung
(AR111, dimmbar)
2x 2 Strahler






Fotos: D. Graumann/ W. König
Lichtplanung: König Lichtplanung & Konzeptentwicklung - Bardowick
Leuchtenentwicklung & Fertigung: LMD Licht- und Metalldesign - Winsen/Luhe

Montag, Januar 17, 2011

[Goeken backen] Einblicke in ein Bäckerei-Cafe

Bei der Realisierung von Cafes & Bäckereien war ich für die Münchow Ladenbau und Gestaltung GmbH bisher hauptsächlich der Partner für Sonderleuchten.
Die Planung bezog sich aber auch immer wieder die gesamte Beleuchtung, ihre Wirksamkeit und Effizienz. Stillstand ist Rückschritt, und so erfindet Hr. Münchow für seine Kunden einzelne Bereiche des Ladenbaus immer wieder neu.


Für die stark expandierende Goeken Backen GmbH waren wir bereits gemeinsam tätig bei der Umsetzung des Holzofencafes am Firmensitz in Bad Driburg.
 
Innerhalb einer Musterfiliale in Schlangen erarbeiteten wir nun neue generelle Lösungen für verschiedenen Zonen und Nutzungsbereiche.
Wichtig war vor allem, wir zeigen keine Leuchten, im Mittelpunkt steht die Ware und das Wohlgefühl des Kunden im Cafe.

Wir beleuchten und inszenieren, dabei ist die Leuchte ein Instrument, kein Selbstzweck.

Kleine blendungsfreie Einbaudownlights (Entladungstechnik) sorgen mit sonnig-scharfer Strahlung für eine plastisch wirkende Warenpräsentation in der Theke.
Auch die Randzonen des Raumes werden von ihnen betont.

 Die eingesetzen Lichttechnologien wie T5 HE 14-35W und CDM-TC35W erzielen Lichtausbeuten von durchschnittlich 100lm/W.




Dekorative Leuchten haben ihre Darseinsberechtigung, aber in diesem Fall war die Grundidee eine andere.

Die Beleuchtung dient der Inszenierung, ohne sich selbst zu sehr darzustellen, ist hocheffizient, und so wartungsarm wie machbar.

Ergänzend wirkende Lichtvouten bieten mehrfach Vorteile.
Eine sanfte Deckenaufhellung mindert die Spiegelwirkung der Schaufenster.







Somit wird das Cafe für Laufkundschaft (aus dem Augenwinkel) als geöffnet und einladend empfunden, die Aussenwirkung des Ladenbaus "zieht"!

Die Deckengliederung ohne Barrierewirkung lenkt die Aufmerksamkeit in die volle Tiefe des Raumes.

Sie erschließt somit große Flächen dem effektiven Geschäftsbetrieb und mindert einen unbehaglich hallenartigen Raumeindruck.

Der weiche Streulichtanteil ergänzt das harte Licht aus senkrecht strahlenden Downlights, der Charakter der Beleuchtung entspricht damit natürlichen Sehgewohnheiten (Gesichter, Sicht in eigene Geldbörsen und Taschen).





Für Brotregale gibt es Bewährtes auf technisch neuestem Stand, SDW-TG mini mit 2500° Kelvin ist hier der Goldstandard.


Die Lichtvouten sind aus überlappenden T5-Modulen aufgebaut.
Genaue Planung der Bestückung vermeidet "Lichtlücken" im Verlauf der Voute.
Der montierende Elektroinstallationsbetrieb bekam CAD-gestützte Voutenpläne, die Baukomponenten wurden von uns durchnummeriert angeliefert.









Die Sorgfalt hat sich gelohnt,
der Laden brummt", es folgten bereits weitere Filialen wie in




Sonntag, November 14, 2010

[Vintage] Emaille-Leuchten London Original 500er E27

 








Noch mehr Raritäten, Pendelleuchten, gerettet beim Abriss einer londoner Markthalle.

Fabrikat "Benjamin" Original-Label auf den meisten Exemplaren noch deutlich lesbar.

Schirm d=500mm, h=500mm

Zustand fast wie neu, innen weiss emailliert, außen grau emailliert, alle anderen Metallteile Guss.

Eine passende Pendelrohrlänge wird erst bei Verkauf geklärt und gefertigt.
Bei meiner Recherche im Netz konnte ich vergleichbare Exemplare entdecken, bei denen jedoch die originalen Deckenrosetten fehlen.





[Vintage] Bakelit-Leuchten Original 400er E27


Hier nun wirklich was Besonderes, Pendelleuchten mit glasierter Keramikkuppel, Bakelitschirm und Schutzglas inkl. Schutzgitter.Schirm d=400mm, h=400mm Das Alter kann ich nur schätzen, ich tippe auf 50er-Jahre.

Die Fabrikmarke habe ich noch nicht erfolgreich recherchieren können.

Ursprung: aus einem alten DDR-Gefängnis, Gangbeleuchtung der einzelnen Zellentrakte.
Die Schirme sind außen echtes Bakelit, mit der typischen Farbe, sehr dunkelbraun bis schwarz marmoriert.Innen wurde der Schirm ab Werk weiss lackiert, die Schicht ist teilweise vergilbt oder an den Kanten etwas abgeblättert.
 

Aber Restaurierung heißt nicht Spuren der Zeit beseitigen, sondern die Funktion erhalten und einen gepflegten altersgerechten Zustand sichern.
Nach einer gründlichen Reinigung und technischer Sanierung wie neue Innenverdrahtung, neue Dichtungen am Glas, Gangbarmachung der Gewinde (für Leuchtmittelwechsel nötig), -echte Prachtstücke!


Wer kennt diese Fabrikmarke?












 
Dazu eine Eisen-Knotenkette mit Schekel und Gummileitung wie unten im vorherigen Beitrag beschrieben
Ein entsprechendes Foto im fertigen Zustand werde ich noch beifügen.

[Vintage] Emaille-Leuchten Original 380er E27



Ehrlich gealterte Klassiker sind manchmal für die Schaffung oder Erhaltung einer gewissen Raumatmosphäre unverzichtbar.

Ein gutes Beispiel ist diese Hängeleuchte mit Emaillereflektor des DDR-Herstellers VEB Leuchtenbau Leipzig / IKA Electrica

Orginal-Katalogblatt IKA Electrica

Solche Exemplare habe ich mir bei günstiger Gelegenheit besorgt und arbeite sie nach und nach auf. Als echter Klassiker kann ihr Baujahr in den 50er Jahren, aber auch Anfang der 70er liegen.


Schirm d=380mm, h=340mm

Jahrzehnte gehen natürlich nicht spurlos an einer installierten Industrie-Pendelleuchte vorbei. Auch in diesem Fall litt allein die Optik ein wenig, aber gerade dies macht sie sehr charmant und authentisch.

Nach der Reinigung ist der Reflektor bis auf eventuell rostige Stossstellen innen wieder weitgehend reinweiß.

Bekanntlicherweise kann Emaille keine Altersverfärbungen annehmen.
Emaille ist eine, direkt im Ofen auf Metall geschmolzene Farbglasschicht, Glas ist in Kirchenfenster über Jahrhunderte farbecht.


Um den strengeren technischen Vorgaben von heute genügen zu können wurde die gesamte innere Verdrahtung saniert, d.h. hitzebeständig und doppelt isoliert ausgeführt. Die E27-Porzellanfassung wurde geprüft, die Kontakte gereinigt.

Die Anschlussdose bekommt schwarze PG-Verschraubungen mit Zugentlastungen, so dass auch ein Durchschleifen mit Gummileitung möglich ist.

Stilecht wird die Leuchte an einer klassischen Knotenkette mit Schekel aufgehängt. Da diese Ketten heute jedoch sämtlich galvanisch blank verzinkt gehandelt werden war hier noch Handlungsbedarf.

Die Zinkschicht beizte ich ab, da eine reine Eisenkette und Schekel mit leichtem Flugrost optisch deutlich besser passt.

Freitag, Januar 29, 2010

[St.Michaelis] Denkmalpflegerische Gürtlerei

Die St.Michaeliskirche in Hamburg führte mich in den letzten Jahren immer wieder zurück zu meinen beruflichen Ursprüngen. 

Anlässlich des Abschlusses der Innensanierung im Dezember 2009 möchte auch ich hier mal eine Zwischenbilanz ziehen.

In enger Abstimmung mit dem Dombaumeister und Architekten Klaus Joachim Reinig  führte ich folgende Arbeiten aus:



Umrüstung / Kerzenbaum




Restrauration / Opferstock / stehende Version / Deckel




Umbau / Kronleuchter / Seitenkapelle links





Reproduktion / Opferstock / Wandversion
(ausgeführt von Gürtler- und Ziseleurmeisterin Georgia Scherke, Dresden)




Rekonstruktion / Pendeltürbänder / Zugang Hauptpforte 
 


Mittwoch, Oktober 07, 2009

[fundamed] Sonderleuchte

Ein Besuch führte mich in die fundamed Arztpraxis Lüneburg von Prof. Dr. med. Janos Winkler nach Lüneburg und war gleichzeitig ein Wiedersehen mit einem Kunden.
 
Vor einigen Jahren plante Walter König das Licht. Ich realisierte eine Sonderleuchte in Form einer Säulenverkleidung im Eingangsbereich.

Prof. Dr. med. Janos Winkler absolvierte in China eine umfassende Aufbildung in Traditioneller Chinesischer Medizin insbesondere Akupunktur.
Seine besten Wünsche für die Zukunft brachte der chinesischen Professor seinem Studenten zum Abschluss der Ausbildung durch Überreichung einer entsprechend lautenden Kalligraphie zum Ausdruck.



Dieser Schriftzug wurde von uns eingescannt, vektorisiert, und aus dem Leuchtengehäuse gelasert. Die gesamte Säulenverkleidung ist zu Revisionszwecken aufschwenkbar.

Das nun, mit freundlicher Genehmigung von Prof. Dr. med. Janos Winkler gemachte Foto möchte ich den Besuchern meines Blogs nicht vorenthalten.

Montag, Oktober 05, 2009

[St.Michaelis - Krypta] LED-Vitrinenbeleuchtung

In der St.Michaeliskirche, bekannter als "Hamburger Michel", neigt sich die Hauptphase der Innensanierung dem Ende zu.

Auf Grundlage der Planung von Prediger Lichtberater entwickelte ich für die Krypta eine LED-Vitrinenbeleuchtung.

Das Besondere daran, die Vitrinen sind sehr grossflächig, bei geringer Bauhöhe und die Gäste nähern sich aus grosser Entfernung. Das Beleuchtungsniveau ind der Umgebung ist eher gering. Die Exponate sind teilweise Originale aus Papier und somit Hitze und UV-empfindlich.
Daher war es nötig, den Strahlenverlauf so einzuschränken, dass das direkte Licht sich ausschliesslich innerhalb der Vitrinenwanne ausbreitet, eine direkte Blendung ausgeschlossen ist. Die genaue Geometrie wurde mittel CAD konstruiert. Als geeignete Lichttechnik wurden LED-Linerarlights von Osram ausgewählt und integriert.





Das Ergebnis, frei von UV-Licht, schont damit die Exponate, ist blendfrei, sehr unauffällig, extrem energiesparend, wartungsfrei und betriebssicher durch Niedervolt-Spannung.



Montag, März 23, 2009

[zu Hause] Esstisch


Nun habe ich endlich mal an uns denken können.

Der Esstisch innerhalb unserer Wohnküche in Winsen bekam endlich eine angemessene Beleuchtung.

Zwei H-Profilringe aus Edelstahl mit insgesamt 12x10W QR-CB35 abwärts strahlend.
Aufwärts strahlend habe ich im inneren, kleinen Ring Osram Linearlight flex in Rot ca. 6W umlaufend angebracht.

 
Bei der Einspeisung habe ich mal was Neues versucht, Koaxkabel, bei dem ich nur die Innenleiter als Leitung verwendet habe, das Mantelgeflecht ist tragendes Seilelement.

So etwas ist experimentell, und deshalb auch noch eine Art privater Test.

Die ganze Sache mit einem Touchformer auch noch dimmbar zu machen ist auch eine Überlegung wert.